SEDi
Praxis

Vom Lösungswunsch zur belastbaren Entscheidung.

Ein praktischer Einblick in das durchgängige Raster, den Vorhabensschnitt und die Arbeit an belastbaren Optionen.

Das Raster

Drei Dimensionen bleiben in allen sieben Phasen präsent.

Sie sind keine zusätzlichen Arbeitsschritte. Jede Phase betrachtet gleichzeitig die beabsichtigte Veränderung, die Reife der Entscheidungsgrundlage sowie Governance und Betriebsfähigkeit.

Die drei SEDi-Dimensionen in den sieben Phasen
Dimension 01 02 03 04 05 06 07
VeränderungstiefeWas soll sich verändern? Ausgang klären Zielbilder trennen IST/SOLL profilieren Schwellen prüfen Tiefe je Option Zieltiefe beschließen Wirkung prüfen
EntscheidungsreifeWas ist hinreichend geklärt? Auftrag klären Annahmen öffnen Umfang präzisieren Lücken benennen Evidenz prüfen Bedingungen sichern Entscheidung prüfen
Governance & BetriebWer darf und kann verantworten? Mandat klären Betroffene einbinden Folgen sichtbar machen Rechte zuordnen Betrieb bewerten Review festlegen Ändern & lernen

Veränderungstiefe

Nicht höher, sondern passend.

Das Modell unterscheidet sechs Idealtypen: von analoger Arbeit über elektronische Abbildung, gemeinsamen Zugriff, digitale Prozesse und Integration bis zur Transformation von Leistung, Rollen und Entscheidungen. Mit der Veränderungswirkung wächst meist der Bedarf, Kontrolle und Verantwortung explizit zu gestalten.

Sechs idealtypische Digitalisierungstiefen von analog und physisch bis zur Transformation mit zugehörigen Formen von Kontrolle und Governance
Ein Profil, keine Gesamtnote.Eingang, Akte, Prozess, Daten, Integration und Service können in demselben Vorhaben unterschiedliche Ist- und Zielstufen haben. Entscheidend ist, welche Veränderung beabsichtigt ist und ob sie verantwortet, betrieben und verändert werden kann.

Digitalisierungstiefe ist keine Rangliste. Eine bewusst gewählte geringere Tiefe kann tragfähiger sein als eine weitergehende Veränderung, deren Voraussetzungen nicht erfüllt sind. Auch innerhalb eines Vorhabens können Dokumente, Prozesse, Datenflüsse und Services unterschiedliche Zielniveaus haben.

Diagnose

Aus einer Lösungsforderung wird ein entscheidbares Vorhaben.

Die häufigste frühe Intervention ist eine saubere Trennung: Was ist fachliche Logik, was Prozess, Datenmodell, Architektur, Governance, Beschaffung, Betrieb oder Veränderung? Parallel prüfen wir, welche unausgesprochenen Regeln die Lösung bereits vorwegnehmen.

Vorhabensschnitt einer scheinbar einfachen Fachsoftware-Schnittstelle in acht Teilaspekte
VorhabensschnittAus „eine Schnittstelle“ werden verantwortbare und unterschiedlich zu bearbeitende Teilvorhaben.
Karte impliziter Entscheidungsprämissen rund um ein Digitalisierungsvorhaben
Entscheidungsprämissen„Die Fachsoftware ist gesetzt“ kann Rahmenbedingung, Annahme, Gewohnheit oder verdecktes Ausschlusskriterium sein.
BenennenWas wird als selbstverständlich behandelt? PrüfenWelche Evidenz, Regel oder Entscheidung trägt diese Annahme? EntscheidenWas bleibt gesetzt, was wird geöffnet und wer darf das festlegen? DokumentierenWelche Folge hat die Prämisse für Architektur, Beschaffung und Betrieb?
Entscheidung

Optionen werden vergleichbar. Nicht scheinbar objektiv.

Wir entwickeln einen realistischen Optionsraum, statt nur Varianten eines bereits ausgewählten Produkts zu vergleichen. Übergangslösungen, direkte Integration, entkoppelte Architektur, lokale Komponenten, Plattformansätze oder ein bewusstes Vertagen können legitime Optionen sein.

Optionen können unterschiedliche Digitalisierungstiefen anstreben. Kriterien entstehen aus Zielbild, Qualitätsanforderungen und öffentlicher Verantwortung. Eine Bewertung enthält immer Begründung, Evidenzstand, Unsicherheit, Voraussetzung und Konsequenz.

Optionsraum mit Lösungsvarianten nach Einführungsaufwand und strategischer Tragfähigkeit
Optionsraum vor Punktwert.Hoher Initialaufwand, langfristige Steuerbarkeit, Veränderungstiefe und strategische Tragfähigkeit bleiben unterscheidbar.
Beispiel einer SEDi-Bewertungsmatrix mit Optionen und Entscheidungskriterien
BewertungsmatrixGesprächs- und Dokumentationsinstrument. Kein Automat für eine Siegerlösung.
Beispiel einer Verantwortlichkeitsmatrix für Fachbereich, IT, Leitung, Beschaffung, Sicherheit, Betrieb und Revision
VerantwortlichkeitsmatrixEine fachlich gute Option bleibt untragfähig, wenn Betrieb, Datenverantwortung oder Entscheidungskompetenz ungeklärt sind.
Nächster Schritt

Welche implizite Annahme blockiert Ihr Vorhaben?

Für ein erstes Gespräch reichen die aktuelle Lösungsforderung, der Entscheidungsstand und die Stelle, an der Fachlichkeit, Technik oder Verantwortung nicht zusammenfinden.